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MRE-Netzwerk der landkreise Altenkirchen, Westerwald und Rhein-Lahn

Sechs Alten- und Pflegeheime aus dem Kreis Altenkirchen wurden als erste in Rheinland-Pfalz mit dem Qualitätssiegel-Hygiene ausgezeichnet.
Das MRE-Netzwerk hat die ersten Qualitätssiegel-Hygiene für Alten- und Pflegeheime in Rheinland-Pfalz verliehen. Die Einrichtungen mussten in jedem der 10 Qualitätsziele mindestens 50% und insgesamt 75% der maximalen Punktzahl erreichen. Die Besonderheiten des Qualitätssiegel unseres Netzwerkes besteht in folgenden Punkten: Es werden die gramnegativen Keime (MRGN) berücksichtigt, der Desinfektionsmittelverbrauch geht in die Beurteilung mit ein und die Maßnahmen zur Sicherstellung der Lebensqualität der Bewohner. Ganz im Vordergrund steht die Vermittlung des entsprechenden Hygienewissens an die betreuenden Personen durch Schulung vor Ort und die Überprüfung des vorhandenen Wissens in Form einer Begehung durch ein Expertenteam.
Folgende sechs Alten- und Pflegeeinrichtungen des Kreises Altenkirchen haben die Kriterien erfüllt:
das DRK-Seniorenzentrum Altenkirchen, das Marienhaus Altenzentrum St.Josef in Betzdorf, das Alten- und Pflegeheim St.Vinzenz in Gebardshain, das Senioren- und Pflegeheim Stegelchen in Herdorf, das Haus Mutter Teresa in Niederfischbach und das Senioren- und Pflegeheim St. Hildegard in Wissen.
Die Zertifikate wurden den Einrichtungen im Rahmen der offiziellen Auftaktveranstaltung des MRE-Netzwerkes der Landkreise Altenkirchen, Westerwald und Rhein-Lahn durch den Landrat des Kreises Altenkirchen, Herrn Michael Lieber, verliehen. Bei der Verleihung waren auch der Landrat des Westerwaldkreises, Herr Achim Schwickert, der Landrat des Rhein-Lahnkreises, Herrr Frank Puchert und als Vertreterin des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Dr. Susanne Trapp, anwesend.
Die Qualitätssiegel sind gültig bis zum 31.3.2018.
Der Veranstaltung im Keramikmuseum Höhr-Grenzhausen wohnten ca. 200 Vertreter von Institutionen des Gesundheitswesens der drei Kreise bei. Diese zeigten großes Interesse an den Fachvorträgen von Dr. Manfred Vogt, Leiter der Abteilung Humanmedizin des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz, Dr. Christof Grabe, Leiter des Gesundheitsamtes Siegen und Dr. El Ansari, leitender Oberarzt des Anästhesieabteilung des Jung-Stillingkrankenhauses Siegen. Die Referenten beleuchteten die Hintergründe und Historie der MRE-Netzwerkbildung in Rheinland-Pfalz und schilderten ihre Erfahrungen im Umgang mit multiresistenten Erregern im ambulanten und stationären Bereich des Gesundheitssystems.

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Gründung des MRE-Netzwerks

Hintergrundinformationen

In den letzten 25 Jahren hat die Anzahl der Bakterien, gegen die die meisten Antibiotika unwirksam sind, deutlich zugenommen. Dies kann für die Betroffenen schwerwiegende Auswirkungen haben: zum Beispiel von einem verlängerten Krankenhausaufenthalt bis zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate aufgrund des verspäteten Einsatzes wirksamer Antibiotika.
Der am weitesten verbreitete multiresistente Erreger in Deutschland ist der „multiresistente Staphylococcus aureus“ („MRSA“), welcher insbesondere den Nasen-Rachenraum sowie Hautwunden besiedeln kann. Nach Operationen oder bei immungeschwächten Patienten, kann „MRSA“ schwere Infektionen hervorrufen. Diese Keime werden am häufigsten über die Hände bei mangelhafter Hygiene übertragen. In Deutschland war der Anteil von multiresistenten Stämmen („MRSA“) an allen Staphylococcus aureus-Nachweisen 2009 bis auf  20 - 25 % angestiegen. In den letzten Jahren sind die Zahlen leicht rückläufig und lagen 2014 bei ca.13%. Es haben aber  die Resistenzen anderer Bakterienstämme insbesondere bei den sogenannten „Gramnegativen“ (3 und 4MRGN) deutlich zugenommen und führen zu einer Gefährdung der Patienten.

Da in den nächsten Jahren keine Neuentwicklung von Antibiotika mit einer Wirkung gegen diese resistenten Bakterien zu erwarten ist, muss die Weiterverbreitung der resistenten Erreger durch entsprechende Schutzmaßnahmen verhindert werden. Auch ist durch eine angemessene kritische Antibiotikatherapie eine weitere Resistenzbildung der Bakterien einzudämmen.
Andererseits muss einer Stigmatisierung der Betroffenen entgegen gewirkt werden. Vor allem im Bereich der ambulanten Versorgung, in Altenpflegeheimen und im häuslichen Bereich dürfen Besiedelte oder Infizierte in ihren Persönlichkeitsrechten (zum Beispiel Teilnahme an Gemeinschaftsveranstaltungen) nicht über das sachlich begründete Maß eingeschränkt werden. Um dies zu verhindern, muss eine sachgerechte Information von Fachpersonal, Patienten und deren Angehörigen zum Abbau unnötiger Ängste erfolgen.

Das „MRE-Netzwerk Landkreis Altenkirchen“ wurde gegründet, um die oben genannten Ziele zu erreichen. Es besteht aus einem Zusammenschluss von Akutkrankenhäusern, Arztpraxen, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, Krankentransportdiensten und anderen Akteuren im Gesundheitswesen unter Koordination und Moderation des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung Altenkirchen. Ab März 2015 kommt es durch Anschluss der Kreise Westerwald und Rhein-Lahn zur Bildung eines kreisübergreifenden MRE-Netzwerkes.

Aufgaben der im "mre-netzwerk " der Landkreise Altenkirchen, Westerwald und Rhein-Lahn vertretenen institutionen

  1. Der Entstehung und Verbreitung von MRE entgegenzuwirken.
  2. Umsetzung von Hygienemaßnahmen gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.
  3. Untersuchung von Risikopatienten insbesondere vor stationärer Krankenhausaufnahme.
  4. Sanierung oder Therapie von besiedelten oder erkrankten Personen vor, während oder nach einem stationären Aufenthalt.
  5. Angemessener kritischer Umgang mit Antibiotika.
  6. Aufklärung von betroffenen Patienten und Angehörigen.
  7. Fortbildungen für Fachpersonal im Gesundheitswesen.
  8. Optimierung der Informationswege zwischen den verschiedenen Institutionen im Gesundheitswesen (zum Beispiel einheitliche Überleitungsbögen).
  9. Förderung der Zusammenarbeit der Einrichtungen im Gesundheitswesen mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst.
Durch die  Homepage mit der ausführlichen Fragen- und Antwortensammlung besteht sowohl für Fachpersonal als auch für Betroffene und Angehörige die Möglichkeit, sich schnell und fachlich fundiert über die jeweilige Fragestellung zu informieren. Außerdem können per Email über die auf der Homepage veröffentlichten Kontakte oder telefonisch spezielle Fragen gestellt werden, welche von entsprechenden Fachleuten zeitnah beantwortet werden.

Fachliche Zuständigkeit für den Kreis Altenkirchen

Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
Telefon Telefon:  02681/81 2718
Symbol E-Mail E-Mail:  mre@kreis-ak.de
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Kontaktformular
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Fachlicher Zuständigkeit für den Westerwaldkreis

Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen und Innere Medizin
Leiterin des Gesundheitsamtes Montabaur
Telefon Telefon:  02602/124724
Symbol E-Mail E-Mail:  ursula.kaiser@westerwaldkreis.de
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Fachliche Zuständigkeit für den Rhein-Lahn-Kreis

Fachärztin für öffentliches Gesundheitswesen
Umweltmedizin/Krankenhaushygiene
Leiterin des Gesundheitsamtes Bad Ems
Telefon Telefon:  02603/972291
Symbol E-Mail E-Mail:  roswitha.kaestner@rhein-lahn.rlp.de
Adresse bei Google Maps
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Netzwerkkoordination

Facharzt für Innere Medizin und Diabetologe DDG
Qualitätsmanager im Gesundheits- und Sozialwesen, MRE-Netzwerkkoordinator
Telefon Telefon:  02681/81 2777
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Händedesinfektion