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Bewerbungstraining & Berufsorientierung


Auf den Durchblick kommt es an!
Viele Angebote - einige Beispiele

Jugendlichen in der Lebensphase zwischen Schule und Beruf eine an ihren Fähigkeiten und Kenntnissen ausgerichtete Unterstützung anzubieten ist das Anliegen aller lokalen Akteure auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. An den Schulen sind berufsorientierende Aktivitäten und Maßnahmen in einer großen Bandbreite vielerorts ein fester Bestandteil des pädagogischen Konzeptes. Als Unterrichtsfach in den Abschlussklassen, beim Schulpraktikum oder als AG-Angebot im Rahmen der Ganztagsschule, im Leitfach „Praxis in der Schule“ der Dualen Oberschulen oder im Fach Arbeitslehre der Regionalen Schulen, in spezifischen Projekten und z. B. durch die Unterstützungsangebote von Schulsozialarbeit und Job-Füxen ist das Thema Ausbildung an vielen Stellen im schulischen Alltag präsent. Die Berufslernwerkstatt der Hermann-Gmeiner-Schule Daaden, die Arbeitswelt-Kasse der Westerwaldschule oder die Zusammenarbeit zwischen der Konrad-Adenauer-Schule Wissen und dem Christlichen Jugenddorf Wissen mit dem Ziel, Jugendlichen die Arbeitswelt praxisbezogen und nachhaltig näher zu bringen, sind einige Beispiele für die Vielseitigkeit der Angebote zur beruflichen Orientierung. Bei ihren Ansätzen und Angeboten, Jugendliche auf das Erwerbsleben vorzubereiten kann Schule auf Kooperation mit den Bildungsakteuren und der Wirtschaft setzen. Netzwerke wie z. B. der Arbeitskreis „SchuleWirtschaft“, aus dem die sog. Schulpatenschaften hervorgegangen sind, oder der „Runde Tisch Ausbildung“, eine Initiative des DGB, dienen dazu, Aktivitäten zu koordinieren und zu strukturieren.

Anbieter, Angebote und Programme, die Jugendliche im Prozess der Berufswahl unterstützen und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz auf die Bewerbungssituation vorbereiten, gibt es viele. Ergänzend zum Berufswahlunterricht in den Schulen, über die weiteren Aktivitäten von Schule, Agentur für Arbeit, Kammern, Beratungs- und Hilfestellen für Jugendliche hinaus bieten Bildungseinrichtungen, Träger und Institutionen zusätzlich Projekte und Schulungen zur beruflichen Orientierung an – oft zu kleinen Preisen. Schülerinnen und Schüler haben so die die Möglichkeit, mehr über ihre beruflichen Kompetenzen herauszufinden. Etliche der Angebote zur Berufswahl und Berufsorientierung sind für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch komplett kostenfrei.

Angebote und Programme ändern sich oder es kommen neue Projekte hinzu.
Hier exemplarisch eine Auswahl von Bewerbertrainings und Berufsorientierungsprojekten:

Im Rahmen von Ausbildungsmessen oder besonderen Initiativen wie z. B. der Ausbildungsinitiative „Der erste Eindruck zählt!“ der Westerwald Bank eG in Kooperation mit Verbandsgemeinden haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich mit professioneller Hilfe für alle Stationen eines Bewerbungsverfahrens fit zu machen. Ansprechpartner für diese Angebote sind die mitmachenden Verbandsgemeinden.

Neben den ProfilPASS-Seminaren für Erwachsene gibt es auch den ProfilPASS für Jugendliche ab 14 Jahren. Er ist ein hilfreiches Instrument für die Lebens- und Berufsplanung und will Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten und in ihrem Entwicklungsprozess unterstützen. Im Mittelpunkt steht daher das das Herausfinden und Herausstellen der persönlichen Stärken jedes Einzelnen, die Jugendliche sich z. B. neben der Schule oder Ausbildung in ihrer Freizeit, mit der Familie oder Freunden aneignen. Informationen zum ProfilPASS gibt es bei den Weiterbildungseinrichtungen im Landkreis und als Angebot speziell für Jugendliche beim Haus Felsenkeller.

Das Programm „Fit in die Lehre“ der IHK Koblenz setzt auf die Vermittlung von Basisqualifikationen (Deutsch, Rechentechniken), Schlüsselkompetenzen und Bewerbungstraining, um die Einstiegschancen von Jugendlichen in das Berufsleben zu verbessern. Das Programm richtet sich an Jugendliche vor bzw. in der Bewerbungsphase, vor Beginn einer Ausbildung mit bereits abgeschlossenem Vertrag oder an Jugendliche, die bereits mit der Ausbildung begonnen haben. Die Unterrichtsmodule können auch einzeln besucht werden. Nähere Informationen gibt die IHK Geschäftsstelle.

Beim Azubi-Check, einem Projekt, das von Wirtschaftsjunioren und den Kammern ins Leben gerufen wurde, können Jugendliche in einem Auswahlverfahren und Test herausfinden, welche Anforderungen die Wirtschaft an Auszubildende hat. Im so genannten „Assessment Center“ erfahren die Jugendlichen, wo sie im Bewerbungsprozess stehen, wo ihre Stärken liegen und wo sie sich noch verbessern können. Dabei kommt es auf Mathe-, Deutsch- und EDV-Kenntnisse ebenso an wie auf Pünktlichkeit, Teamfähigkeit, Benehmen, Motivation, Ausdauer und Zuverlässigkeit. Der zweitägige Azubi-Check verlangt Einsatz, bringt aber auch Spaß und neue Kontakte. Das Projekt wird von Unternehmen und der Kreissparkasse Altenkirche gefördert und ist für die Teilnehmenden kostenlos. Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen erhalten ein Zertifikat für ihre Bewerbungsmappe und somit eine positive Empfehlung. Infos zum Azubi-Check gibt es bei den Wirtschaftsjunioren Sieg-Westerwald und der IHK Geschäftsstelle Betzdorf. Dorthin muss auch die schriftliche Bewerbung geschickt werden. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler aller Schulen, die im Folgejahr eine Ausbildung anstreben.

Auf einer Zusammenarbeit zwischen der Handwerkskammer Koblenz und Partnerschulen beruhen die Juniortechnik-Kurse der HwK Koblenz. In den Ferien können Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse kostenlos an den kreativen und technischen Ferienkursen teilnehmen. In Workshops kann das Tätigkeitsfeld eines bestimmten Berufes erkundet und somit ausprobiert werden, ob der Beruf zu den persönlichen Neigungen und Fähigkeiten passt und für die eigene Ausbildung in Frage kommt. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler aller Partnerschulen, die eine Kooperationsvereinbarung mit der HwK Koblenz abgeschlossen haben.

Unternehmen und Schulen im Landkreis Altenkirchen arbeiten auf vielfältige Weise zusammen. Ein Beispiel sind die Schulpatenschaften zwischen einzelnen Unternehmen und Schulen. Das Projekt als gemeinsame Initiative von Wirtschaftsjunioren, IHK, berufsbildenden und allgemeinbildenden Schulen im Landkreis verfolgt das Ziel, Schule und Wirtschaft enger miteinander zu verzahnen und durch konkrete Maßnahmen eine auf Dauer angelegte Kooperation zwischen der jeweiligen Schule und dem Unternehmen aufzubauen. In der Praxis hat eine Schulpartnerschaft viele Seiten. Von der Unternehmensvorstellung in der Schule und Betriebserkundungstagen bzw. Praktika in der Firma über praxisnahes Bewerbertraining bis zum Lehrerpraktikum sind viele Bausteine möglich. Und nicht zuletzt sind Schulpatenschaften eine sehr gute Hilfestellung in Sachen Kontaktaufnahme und Kontaktpflege zu Betrieben.

Einmal im Jahr zum Girls` Day, der immer am vierten Donnerstag im April stattfindet, öffnen viele Unternehmen für Schülerinnen der Klassen 5 -10 ihre Türen, um ihnen Einblick in die Praxis verschiedenster Bereiche der Arbeitswelt zu gewähren. An diesem Aktionstag können die Schülerinnen in Berufsbereiche schnuppern, die Mädchen im Prozess der Berufsorientierung seltener in Betracht ziehen und in denen daher immer noch wenige Frauen arbeiten. Obwohl junge Frauen heute über eine besonders gute Schulbildung verfügen, entscheiden sich Mädchen überproportional häufig für „typisch weibliche“ Berufsfelder. Damit schöpfen sie ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Andererseits fehlt den Betrieben besonders in technischen oder techniknahen Bereichen zunehmen qualifizierter Nachwuchs. Aus diesem Grund haben Schülerinnen am „Girls Day“ - Zukunftstag die Möglichkeit, ganz praktisch zu erfahren, was sich hinter einem bestimmten technischen, handwerklichen oder IT-Beruf verbirgt. Schülerinnen, die beim Girls` Day mitmachen wollen, müssen sich dazu von der Schule vom Unterricht freistellen lassen. A propos: auch Jungen können den Aktionstag nutzen. Vielfach werden auch Aktionen für Jungen zur angeboten. Hier geht es um die Auseinandersetzung mit persönlichen Berufs- und Lebenszielen, denn auch Jungs orientierten sich häufig in eine Richtung. Im Landkreis Altenkirchen bieten meist die Jugendpflege, Schulsozialarbeiterinnen und/oder die Gleichstellungsbeauftragten Veranstaltungen oder Programme zum Girls Day an.
Weitere Links:
www.girls-day.de – Informationsplattform zum „Girls Day“ mit Infos für Mädchen, Eltern, Schulen, Unternehmen und bundesweiter Aktionslandkarte
www.neue-wege-fuer-jungs.de  und www.respekt-jungs.de – bundesweites Netzwerk von Initiativen zur Berufswahl und Lebensplanung von Jungen


Wer das Abitur schon fast in der Tasche hat, aber noch nicht weiß, wie es danach weitergeht oder wer noch ein, zwei Jahre Schulzeit vor sich hat; für alle bieten die Abi-Insidertage der Agentur für Arbeit unmittelbare und persönliche Informationsangebote auf dem Weg zur Berufswegentscheidung. Überlegungen für die „Zeit danach“ sollten Jugendliche nicht auf die lange Bank schieben, denn angesichts der Fülle der Möglichkeiten ist die Entscheidung für den passenden Weg in die eigene Zukunft nicht immer einfach. Bei den Abi-Insidertagen wird ein breites Spektrum an Berufen und Studiengängen vorgestellt. Informationen gibt es auch zu ZVS, Studienfinanzierung, Jobs/Studium im Ausland, Au Pair oder Zivildienst. Ansprechpartner für die Abi-Insidertage ist das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit; dort gibt es die aktuellen Termine, die Auflistung der Schulen, an denen die Abi-Insidertage stattfinden und ausführliche Broschüren.

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