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Tipp:
Mit dem Wiedereinstiegsrechner des Bundesfamilienministeriums im Internet können anhand von persönlichen Angaben die finanziellen Perspektiven eines Wiedereinstiegs in den Beruf ausgelotet werden wie z. B. geschätzter Verdienst und damit zu erwerbende Rentenansprüche: www.perspektive-wiedereinstieg.de

Gemeinschaftsinitiative Westerwald
www.wir-westerwaelder.de

Tipps für Familien und Arbeitswelt


 Familiäre und berufliche Verpflichtungen „unter einen Hut“ zu bringen, ist immer ein Spagat. Zu Interessenskonflikten kann es besonders dann kommen, wenn die Kindererziehung oder Pflege älterer oder kranker Menschen besonders fordert oder Notsituationen eintreten.

Einfache Lösungen und einheitliche Patentrezepte gibt es nicht. Dennoch lässt sich die Balance zwischen Beruf und Familie realisieren. Zu einem guten Gelingen gehören viele Faktoren: die frühzeitige Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Vereinbarkeit, zugeschnitten auf die persönliche Lebenssituation gestaltet werden soll bzw. kann und die dazugehörige Entwicklung von „Strategien“, eine breite Palette an Hilfs- und Unterstützungsangeboten, eine familienfreundliche Infrastruktur ebenso wie familienfreundliche Arbeitsbedingungen.

Aufgabe von Politik, Kommunen und Gesellschaft ist es, Eltern und allein Erziehende bei der Herausforderung Vereinbarkeit zu unterstützen. Darüber hinaus liegt die Verantwortung für eine gute Vereinbarkeit auch bei Unternehmen. Hier können die beruflichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Wenn die staatlich angebotene, gut und bedarfsgerecht ausgebaute Kinderbetreuung, eine familienfreundliche kommunale Infrastruktur und eine familienbewusste Arbeitswelt Hand in Hand gehen, sind beste Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben – für welche Lösung auch immer die Eltern sich entscheiden.

Die nachfolgenden Infos geben Anregungen, wie ein gutes Miteinander von Familie und Beruf in der Praxis gelingen kann.

Balance zwischen Familie und Beruf – Tipps für Familien
frühzeitig Klarheit über die eigenen Vorstellungen gewinnen
Wie sieht meine/unsere persönliche Lebensplanung aus? In welchem Umfang möchte ich für die Familie da sein, wie lange möchte bzw. kann ich beruflich pausieren? Mit wie viel Stunden möchte ich wieder ins Erwerbsleben einsteigen? Welche Vorstellungen hat mein Partner von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?
Klare Vorstellungen über die persönliche Lebens- und Familienplanung und ein fundiertes Wissen um die Vor- und Nachteile, die aus dem Zusammenspiel von Familie und Beruf erwachsen, helfen die persönlich „richtigen“ und realistischen Entscheidungen zu treffen. Besprechen Sie alle absehbaren Veränderungen mit Ihrer Familie.

Unterstützung der Familie und aus dem familiären Umfeld organisieren
Eine gute Organisation und Unterstützung aus der Familie entlasten. Vereinbarkeit von Familie und Beruf heißt auch, über die Verteilung der Haus- und Familienarbeit zu sprechen und diese ggf. neu zu organisieren. Ist die Aufteilung der Kinderbetreuung, z. B. Elternzeit von beiden Elternteilen eine Möglichkeit? Inwieweit stehen Oma, Opa für die Kinderbetreuung zur Verfügung? Gibt es gegenseitige Hilfestellung bei der Betreuung in der Verwandtschaft, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft?

Arbeitgeber über die Pläne und Lösungen zur Vereinbarkeit informieren
Ein Arbeitgeber, der weiß, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Praxis angedacht ist bzw. umgesetzt werden soll, und der Ihre beruflichen Vorstellungen kennt, erhält mehr Planungssicherheit. Umgekehrt kann er Gestaltungsvorschläge einbringen und z. B. bei der Arbeitszeitgestaltung entgegenkommen. Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Veränderungen im Unternehmen und bleiben Sie im Dialog.

Familien- und Elternzeit als aktive Zeit nutzen – in Kontakt und am Ball bleiben
Zu den möglichen Aktivitäten in der Familien- und Elternzeit zählen Teilzeitbeschäftigung, Minijobs oder Telearbeit, Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen, Projektarbeit oder Praktika, Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen, Besprechungen oder am Betriebsausflug und vieles mehr. Wer Kontakt hält und seine Pläne für den Wiedereinstieg bekräftigt, gerät nicht so leicht aus den Augen und nicht so schnell aus dem Sinn. Babypause und Elternzeit sind auch aus rein beruflicher Sicht keine ungenutzte Zeit, denn Belastbarkeit, Organisationstalent, Verhandlungsgeschick oder Verantwortungsbewusstsein - im Familienalltag unter Beweis gestellt - sind auch im Arbeitsleben Pluspunkte.

Wiedereinstieg planen und vorbereiten
Egal wie unterschiedlich die Gründe für die Berufsrückkehr auch ausfallen, einen idealen Zeitpunkt für den Wiedereinstieg gibt es nicht - nur einen, der persönlich passt. Eine gute Vorbereitung erleichtert die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit. Nach längerer Berufspause kann es sinnvoll sein, Qualifizierungen nachzuholen; vielleicht steht auch eine Neuorientierung an. Die Agenturen für Arbeit, Beratungsstellen und Einrichtungen bieten hier gezielte Unterstützung an. Sie informieren auch über Veranstaltungen, Seminare für Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer, Orientierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in der Region.

Beratungs- und Hilfsangebote in Anspruch nehmen
Es gibt viele kleine wie großen Hilfen, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Lassen Sie so viel Unterstützung wie möglich zu und nehmen Sie Hilfsangebote aus der Familie oder professionelle Hilfe an. Schaffen Sie sich in Beratungsgesprächen, bei Veranstaltungen oder durch Informationsmaterial einen Überblick über die verschiedenen Aspekte und Möglichkeiten rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denken Sie auch ruhig einmal an sich selbst: gezielte „Wohlfühlpausen“ und kleine “Auszeiten“ sorgen für Ausgeglichenheit und Zufriedenheit. Das kommt auch dem Kind zugute.

Kinderbetreuung – das A und O
Ein ganz zentraler Punkt bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die Frage, wie die Versorgung der Kinder organisiert werden soll. Eine geeignete Kinderbetreuung zu finden, bei der sich Ihr Kind und mit der Sie sich wohlfühlen braucht Zeit. Mit der Entscheidung für die Kinderbetreuung klärt sich auch die Frage, welche Arbeitszeiten realistisch sind. Informationen rund um die Kinderbetreuung gibt es unter Erziehung & Betreuung und bei allen Stellen, bei denen die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Aufgabenspektrum gehört.

Pflege von Angehörigen zum Thema machen
Lange Zeit stand bei der Vereinbarkeit allein der Blickwinkel Beruf, Elternschaft und Kindererziehung im Mittelpunkt. Immer mehr Beschäftigte stehen allerdings vor der Herausforderung, gleichzeitig Berufstätigkeit und die Betreuung oder Pflege älterer Angehöriger bewältigen zu müssen. Heute, und in Zukunft durch die verlängerte Lebensarbeitszeit noch mehr, sind viele der Hauptpflegepersonen selbst noch berufstätig, oft in Vollzeit. Die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen tritt oft unvorhergesehen ein; erfordert aber, in kürzester Zeit weit reichende Entscheidungen zu treffen.

Mit der Reform der Pflegeversicherung zum 01.07.2008 haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten Anspruch auf eine unbezahlte, aber sozialversicherte Pflegezeit von bis zu sechs Monaten. Weiterhin besteht ein Anspruch auf kurzzeitige unbezahlte Freistellung von der Arbeit für bis zu 10 Tagen, um eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren. Die kurzzeitige Freistellung besteht unabhängig von der Betriebsgröße. Für den Zeitraum der Ankündigung bis zur Beendigung der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung oder der Pflegezeit sind Arbeitnehmende vor Kündigung geschützt. Beschäftigte müssen die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen gegenüber dem Arbeitgeber nachweisen.
Hier weitere Infos zu folgenden Themen:
Pflegeversicherung
Pflege-Weiterentwicklungsgesetz 
Informationsportal des Bundesministeriums für Gesundheit .
Informieren Sie Ihren Arbeitgeber über die Pflegesituation – das ist die Voraussetzung, um eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung zu entwickeln.


Balance zwischen Familie und Beruf – Tipps für Unternehmen
Immer mehr Betriebe erkennen und nutzen die Vorteile und Chancen einer familienfreundlichen Unternehmenskultur. Familienorientierung und familienfreundliche Maßnahmen sind mehr als soziales Engagement, denn sie zahlen sich nachweislich gewinnbringend für Unternehmen aus. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktiv zu unterstützen, ist eines von vielen Instrumenten, wenn es um den Wettbewerb qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Mitarbeitermotivation geht. Familienbewussten Unternehmen gelingt es besser, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Die wachsende Erwerbstätigkeit von Müttern, die noch nie so gut ausgebildet waren wie heute, und das langsam zunehmende familiäre Engagement von Vätern erfordern zudem mehr und mehr eine größere Beachtung und Berücksichtigung familiärer Belange in der Arbeitswelt.

Die Bandbreite von Möglichkeiten, um in Unternehmen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen, ist groß. Es gibt viele gute Beispiele, die den Praxistest und eine Kosten-Nutzen-Analyse längst bestanden haben. Viele denken bei familienfreundlichen Arbeitsbedingungen an den Betriebskindergarten. Dieser ist allerdings in den seltensten Fällen eine praktikable Variante, alleine weil der Betreuungsbedarf in kleinen und mittleren Unternehmen im Verhältnis zu den Kosten zu gering ist. Weiterhin gibt es sicherlich Unternehmen, die aus Tradition und Überzeugung vieles für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun, ohne darüber viele Worte zu verlieren. Generell sind es weniger die großen Investitionen in die Infrastruktur, um einen Betrieb familienfreundlich zu gestalten. Vielmehr ist es oft ein Mix verschiedener kleinerer, pragmatischer und kurzfristig umsetzbarer Maßnahmen, die meist umso erfolgreicher sind, je mehr die Unternehmensführung dahinter steht.

Nach einer Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts WSI halten Mütter, Väter und Pflegende einen Betrieb beispielsweise dann für besonders familienfreundlich, wenn folgende Gesichtspunkte gelten:
• ein betriebliches Klima, das die Bedeutung von Familienaufgaben anerkennt und in dem die Inanspruchnahme von sozialen Rechten wie Elternzeit, Teilzeit, Freistellung zur Pflege kranker Kinder etc. akzeptiert wird
• eine familiengerechte Arbeitszeitgestaltung im Hinblick auf Flexibilität, Lage der Arbeitszeit und Arbeitszeitdauer
• eine Arbeitsorganisation, die familiäre Bedürfnisse berücksichtigt.

Weitere Handlungsfelder einer familienfreundlichen Unternehmenskultur und Personalpolitik können z. B. die Informations- und Kommunikationspolitik im Unternehmen, Personalentwicklungsmaßnahmen, Führungskompetenz, Förderprogramme für den Wiedereinstieg oder betriebliche Service- und Unterstützungsangebote für Familien sein.
Die Internetportale www.mittelstand-und-familie.de, www.erfolgsfaktor-familie.de oder www.beruf-und-familie.de – um einige Programme zu nennen - stellen Unternehmen und Institutionen eine Vielzahl an Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor. Die Webseite www.berufundfamilie-index.de ist ein Instrument zur Online-Überprüfung der Familienfreundlichkeit von Unternehmen.

Das audit berufundfamilie – Zertifikat für familienbewusste Unternehmen, Institutionen und Hochschulen
Das audit berufundfamilie wurde auf Initiative und im Auftrag der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung entwickelt und ist ein strategisches Managementinstrument, das Arbeitgeber darin unterstützt, Unternehmensziele und Mitarbeiterinteressen in eine tragfähige, wirtschaftlich attraktive Balance zu bringen. Es ist einsetzbar in allen Branchen und Betriebsgrößen, erfasst zunächst die bereits bestehenden Angebote und ermittelt auf den Betrieb zugeschnittene, passgenaue Maßnahmen für die Zukunft. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Prozesses erhalten die Unternehmen und Institutionen das „Zertifikat zum audit berufundfamilie“. Die praktische Umsetzung der erarbeiteten Ziele und Maßnahmen wird jährlich überprüft.
Das audit berufundfamilie steht unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin sowie des Bundeswirtschaftsministers. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft – BDA, BDI, DIHK und ZDH – empfehlen das audit, da es die ökonomischen und betrieblichen Vorteile einer familienbewussten Personalpolitik in den Vordergrund stellt.

Nach dem audit berufundfamilie zertifizierte Institutionen im Landkreis Altenkirchen:
Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz, u. a. mit Vermessungs- und Katasteramt Wissen
Zertifikat audit berufundfamilie seit 2006
www.vermessungs-und-katasteramt.rlp.de 

Landesforsten Rheinland-Pfalz, u. a. mit Forstamt Altenkirchen
www.wald-rlp.de 
Zertifikat audit berufundfamilie seit 2006

Kreisverwaltung Altenkirchen
Zertifikat audit berufundfamilie seit 2007
Zertifizierung der Verwaltung 

Familienferienhaus „Arche Noah“ Marienberge, Elkhausen
Zertifikat audit berufundfamilie 2007 - 2010
www.marienberge.de 

Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen
Zertifikat audit berufundfamilie seit 2008
www.vg-altenkirchen.de

Caritasverband Altenkirchen e. V.
Zertifikat audit berufundfamilie 2009 - 2012
www.caritas-altenkirchen.de

Finanzamt Altenkirchen-Hachenburg
Zertifikat audit berufundfamilie seit 2009
www.finanzamt-altenkirchen-hachenburg.de

Weitere Infos unter www.beruf-und-familie.de 


Warum in Familienfreundlichkeit investieren?
Zehn gute Gründe für eine bessere Balance von Familie und Beruf

Familienfreundlichkeit lohnt sich,
• weil die große Mehrzahl einen qualifizierten Beruf und ein glückliches Familienleben verbinden will
• weil mehr Kinder für die Gesellschaft mehr Wachstum und Wohlstand bedeuten
• weil die deutsche Wirtschaft auf das Wissen von Männern und Frauen als wichtigste Ressource angewiesen ist
• weil zufriedene Eltern in Unternehmen besser, motivierter, produktiver und konzentrierter arbeiten
• weil Mütter und Väter in der Familie wichtige organisatorische und soziale Fähigkeiten auch für den Beruf erwerben
• weil durch Familienfreundlichkeit gute Arbeitskräfte für Unternehmen gewonnen und im Unternehmen gehalten werden können
• weil Unternehmen durch familienfreundliche Maßnahmen Vorteile und Innovationen erreichen können
• weil familienfreundliche Unternehmen als attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber wahrgenommen werden
• weil Fortschritt auch auf den Impulsen der Nachwachsenden basiert
• weil Kinder die beste Investition in die Zukunft sind – für alle.
(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

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