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27.08.2026

GeSo - auf diese Firma mag die Bahn kaum verzichten

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Der Amboss zeugt davon, dass man sich bei der Fa. GeSo Metallbau immer an die eigenen Wurzeln erinnert, im Bild v.l.: Lars Kober, Barbara Solbach, Fred Jüngerich, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Oliver Solbach, Dr. Matthias Reuber, Achim Schwickert und Dr. Peter Enders. (Foto: Kreisverwaltung/Thorsten Stahl)

Kreis Altenkirchen/Eichelhardt. Viele unternehmerische Erfolgsgeschichten im Kreis Altenkirchen haben einst in einer Garage begonnen – diese hier in einer Scheune: Im beschaulichen Obererbach stieg Oliver Solbach 2005 gemeinsam mit einem Partner in den Stahlbau ein, 21 Jahre später ist er zwar immer noch tief im Westerwald verwurzelt, aber längst und permanent in ganz Deutschland unterwegs. Als Geschäftsführer der GeSo Metallbau GmbH mit Sitz in Eichelhardt, die aus der ersten GbR hervorgegangen ist, blickt Solbach auf eine Entwicklung im ICE-Tempo zurück. Und dieser Vergleich ist überaus zutreffend, denn: Wo immer die Deutsche Bahn im Land eine große Baustelle einrichtet, sind die Spezialisten für hochwertige Geländer, Treppen, Zäune und vieles mehr nicht weit entfernt. Garantiert!

„Wir sind das einzige Unternehmen, das an allen Hochleistungskorridoren mitgewirkt hat“, berichtete Solbach jetzt einer prominenten Besuchergruppe. Zu Gast in Eichelhardt waren Achim Schwickert, Minister des Innern, für Integration und Verkehr, seine Kabinettskollegin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Landrat Dr. Peter Enders, Bürgermeister Fred Jüngerich, Ortsbürgermeister Rainer Zeuner und MdL Dr. Matthias Reuber. Den Kontakt hergestellt hatte die Wirtschaftsförderung des Kreises in Person ihres Leiters Lars Kober und Mitarbeiterin Iris Scharenberg-Henrich. Was die Politiker an diesem Tag erhielten: Nicht nur Einblicke in ein spannendes, familiengeführtes Unternehmen, sondern auch jede Menge Klartext.

2000 Tonnen Stahl werden Jahr für Jahr von den 40 Mitarbeitern bei GeSo verplant und verarbeitet, zu 95 Prozent für die Deutsche Bahn. Für die ist Oliver Solbach nicht einfach nur ein verlässlicher Zulieferer und Geschäftspartner, sondern auch wichtiger Ratgeber. Die Westerwälder haben 2015 u.a. den Bahnhof in Mittenwald für den G7-Gipfel umgebaut, ihr Know-how war zudem in England im Vorfeld der Olympischen Spiele in London gefragt und bei der Sanierung der Bobbahn am Königssee. Beeindruckend auch die Zahlen aus dem Ahrtal: Beim Wiederaufbau war GeSo an 32 Brücken und sechs Bahnhöfen beteiligt, rund 2,8 Kilometer an Geländern wurden verbaut – darunter auch klappbare Varianten, die bei einem Hochwasser für einen ungehinderten Abfluss sorgen sollen.

Die Beziehung zum Hauptkunden ist in der Tat außergewöhnlich. Solbach fasst es so zusammen: „Die Deutsche Bahn ist mein Leben.“ Gleichwohl konnte er den Politikern von vielen Fehlentwicklungen berichten. Nicht die Baustellen an sich seien das Problem, sondern die Planungen. Oftmals würden viel zu kurze Bauzeiten veranschlagt, was vor allem für GeSo ein großes Problem sei: „Als letztes Gewerk sollen wir dann oftmals verlorene Zeit wieder aufholen, was schlicht unmöglich ist“, so der Geschäftsführer. Seine Erfahrung: „Niemand will heutzutage mehr Verantwortung übernehmen, alles wird hin- und hergeschoben.“

Weitere Probleme sind für das Unternehmen die gestiegenen Stahlpreise, die kaum weitergegeben werden können, und die fehlenden Fachkräfte. Gerade Schweißer werden bei GeSo händeringend gesucht. Das alles kann die Leidenschaft für seinen Beruf, sein Team und seine Firma bei Oliver Solbach nichts trüben. Und er ist keiner, der seine guten Kontakte eifersüchtig hütet: Im Herbst plant die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit ihm und der Einkaufsabteilung der DB eine Online-Veranstaltung zum Thema „Wie werde ich Lieferant der Deutschen Bahn?“ Und dann wird vielleicht auch noch einmal von einer Scheune in Obererbach die Rede sein.



27.08.2026 

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